Tieferes Wissen zur Hypnose für ganz besonders Interessierte
Sie möchten wissen, was bei einer Hypnose genau passiert? Die folgenden Abschnitte bieten Ihnen vertiefende Informationen für ein klares Verständnis und eine sichere Entscheidung für Ihren Veränderungsprozess. Am Ende finden Sie eine Auflistung, warum Hypnose und Kunsttherapie harmonisch zusammenpassen.
Unsere Bewusstseinszustände und was hat der kritische Faktor damit zu tun?
Wir meinen zwar, uns jeder Minute unseres Lebens bewusst zu sein. Was wir wahrnehmen und unser Denken, bestätigen diesen Zustand offensichtlich. Dies ist der Anteil, den wir direkt steuern und reflektieren. Allerdings macht das Bewusstsein nur 5% eines riesigen Eisberges aus.
Die anderen 95% der Psyche – das Unterbewusstsein – umfassen unsere Emotionen, Erinnerungen, Gewohnheiten und Instinkte. Automatisierte Verhaltensweisen (bspw. erfahrene Autofahrer müssen nicht mehr nachdenken, wo die Bremse oder das Gaspedal ist) oder der sogenannte Autopilot steuern unsere Reaktionen. Auch unsere verletzten Erfahrungen und Erinnerungen, die wir vielleicht schnell vergessen wollen, sowie Erinnerungen, die mit unangenehmen Emotionen verknüpft sind, schlummern dort in der Tiefe. Sie machen sich in den ungünstigsten Situationen bemerkbar, indem sie auf eine Weise reagieren, die wir uns mit dem Verstand nicht erklären lassen oder die wir eigentlich nicht wollen. Warum ist das so?

Bewusstsein 5%
Unterbewusstsein 95%
Kritischer Faktor
Die Wasserlinie, also die Trennlinie zwischen dem bewussten Verstand und dem Unterbewusstsein, ist eine Art geistige Schranke, wird auch Bewusstseinsfilter oder kritischer Faktor bezeichnet. Dieser kritische Faktor bewacht den Zugang. Seine Hauptfunktion ist es, neue Informationen, Suggestionen und Glaubenssätze, die von außen kommen, zu bewerten und diese mit den bereits im Unterbewusstsein gespeicherten Informationen zu vergleichen. Der kritische Faktor dient als Torwächter, um Inkonsistenzen oder potenziell schädliche Informationen abzuweisen. Hier sitzt die Logik, das analytische Denken und der Zweifel. Der kritische Faktor wirkt als analytische Barriere, die verhindert, dass Informationen ungefiltert in das mächtige Unterbewusstsein eindringen.
Umgehung des kritischen Faktors durch Hypnose
Durch Hypnose – das heißt durch Techniken der Entspannung und Fokussierung – wird der kritische Faktor entspannt und umgangen. Dadurch können neue Glaubenssätze direkt in das Unterbewusstsein gelangen und dauerhafte Veränderungen angestoßen werden. Oder es können emotional aufgeladene Erfahrungen neu bewertet und neutralisiert werden.
Die öffentliche Vorstellung von Hypnose ist stark durch Showhypnose und Hollywood-Filmen geprägt. Dies führt zu zahlreichen falschen Annahmen. Die therapeutische Hypnose allerdings unterscheidet sich erheblich. Bei mir werden Sie kein magisches Fingerschnippen, keine schwenkende Pendel oder Ähnliches erleben. Sie werden mir auch nicht willenlos folgen, das Bewusstsein verlieren, Geheimnisse preisgeben oder mit übersinnlichen Kräften zu tun haben. Stattdessen führe ich Sie in den hypnotischen Zustand – ähnlich einer Entspannungsreise. Sie behalten und haben jederzeit die Kontrolle.
Heilung beginnt beim Gefühl
Alles geht von der Emotion aus. Unser Verstand mag Erklärungen finden, doch die wahre Prägung findet in der Tiefe statt. Jede prägende Erfahrung unseres Lebens wird in unserem Unterbewusstsein nicht als bloßer Gedanke, sondern als Emotion gespeichert.
Oft stecken wir in Mustern fest, weil diese alten Gefühle im Verborgenen weiterwirken – völlig egal, wie sehr wir versuchen, sie rational zu kontrollieren:
Gefühle als Wegweiser: Wir nutzen die Emotion als direkten Zugang zu den Schichten, die dem reinen Denken verschlossen bleiben.
Speicherungen lösen: Durch Hypnose erreichen wir die gespeicherten emotionalen Abdrücke direkt in Ihrem Unterbewusstsein.
Wandlung durch Erleben: Wir „besprechen“ die Emotion nicht nur – wir wandeln sie. Wo früher Angst oder Blockade war, darf durch die Kombination aus Trance und Kunsttherapie neue, positive Kraft entstehen.
Indem wir die Emotion an der Wurzel verändern, ordnet sich Ihr Erleben im Hier und Jetzt ganz natürlich neu.
Das perfekte Duo: 5 Gründe, warum Kunsttherapie und Hypnose harmonieren

Es gibt fünf zentrale Gemeinsamkeiten von Kunsttherapie und Hypnose. Diese Punkte verdeutlichen, warum die beiden Verfahren so harmonisch ineinandergreifen – sie sprechen nämlich die gleiche "Sprache", nutzen aber unterschiedliche Kanäle.
Die Sprache des Unbewussten: Bilder und Symbole
Beide Methoden basieren auf der Annahme, dass das Unbewusste nicht in Worten und Sätzen kommuniziert, sondern in Bildern, Symbolen und Metaphern.
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In der Hypnose: Erleben Sie diese Bilder vor Ihrem inneren Auge (Visualisierung).
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In der Kunsttherapie: Bringen Sie diese inneren Bilder ins Außen (Gestaltung).
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Gemeinsamkeit: Beide Verfahren umgehen die oft begrenzende verbale Sprache und nutzen die bildhafte Kraft zur Heilung.
Der veränderte Bewusstseinszustand: Trance & Flow
Beide Methoden nutzen einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit, in dem die Außenwelt unwichtiger wird.
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In der Hypnose: Nennt man dies Trance. Der Fokus ist nach innen gerichtet.
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In der Kunsttherapie: Nennt man dies Flow. Man vergisst Zeit und Raum beim kreativen Tun.
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Gemeinsamkeit: In beiden Zuständen ändern sich die Gehirnwellen (oft hin zu Alpha- oder Theta-Wellen). Dies fördert Entspannung, Kreativität und den Zugang zu tieferen Schichten der Persönlichkeit.
Umgehung des kritischen Verstandes: Der "Zensor"
Sowohl Hypnose als auch Kunsttherapie zielen darauf ab, den bewussten, wertenden Verstand (die Ratio, den "inneren Kritiker") zeitweise zu umgehen oder zu beruhigen.
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In der Hypnose: Wird der Kritiker durch Induktionstechniken "in den Urlaub geschickt".
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In der Kunsttherapie: Wird der Verstand durch das haptische Tun und das intuitive Spielen mit Farben "abgelenkt".
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Gemeinsamkeit: Wenn der Zensor schweigt, werden Blockaden leichter gelöst und überraschende, ehrliche Lösungen tauchen auf, die vorher "zerdacht" wurden.
Aktivierung von Ressourcen
Beide Verfahren sind nicht nur problem-, sondern stark lösungsorientiert.
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In der Hypnose: Werden innere Kraftquellen und positive Erfahrungen (Ressourcen) reaktiviert und verankert.
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In der Kunsttherapie: Ist das Erschaffen eines Werkes selbst eine Ressource (Selbstwirksamkeit erleben: "Ich kann etwas gestalten/verändern").
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Gemeinsamkeit: Beide Methoden stärken das Gefühl der Eigenkompetenz und geben dem Klienten Werkzeuge an die Hand, sich selbst zu regulieren.
