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12 Wirkkräfte der Kunsttherapie - nutzen Sie diese Vorteile!

Sie werden merken, dass das Bild-/Werk viel mehr offenbart, als es durch andere Therapieverfahren möglich ist. Es verhilft Ihnen zur notwendigen Distanz und es fällt Ihnen dadurch wesentlich leichter, sich mit Ihren Konflikten auseinander zu setzen.

1. Mit allen Sinnen die Welt intensiver wahrnehmen und begreifen


Wir träumen und denken in Bildern. Sobald wir die Augen öffnen, nehmen wir die Welt in Bildern wahr und er-“greifen“ sie mit all unseren Sinnen. Und genau dort setzt Kunsttherapie an - am Ursprung, dem Bild-/Werk. Sie werden sehr persönliche Werke erschaffen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Dabei steht der Prozess, wie das Werk entsteht und das Gespräch darüber im Mittelpunkt. Kunsttherapie unterstützt Sie, mit Ihrer Umwelt in Kontakt zu treten. Sie werden die Welt intensiver wahrnehmen und begreifen, als es über das reine Gespräch möglich ist. Bei Patienten, bei denen Kommunikation über Worte nicht mehr möglich ist (bspw. durch Krankheit, geistige oder körperliche Einschränkung), stimuliert Kunsttherapie non-verbal auf basale Ebene.




4. Ressourcen aktivieren, Mut machen und Kraft geben


Der Ausdruck durch das Bild-/Werk ist eine der ältesten Formen, die heilsam und motivierend auf die Seele wirken. Schon durch die Höhlenmalerei oder Tonfiguren, wie bspw. die Höhlenmalerei von Lascaux oder die Venus von Willendorf, wurden erfolgreiche Jagd und Fruchtbarkeit heraufbeschworen. Diese (Vorstellungs-) Bilder weckten enorme Kraft und unglaublichen Mut. Es half schlussendlich, dass die Jäger aus sich heraus wuchsen und die riesigen Mammuts erlegen konnten. Diese "magischen" Rituale sind ein wichtiger Grund, dass die Menschen bis heute überlebt haben. Kunsttherapie schließt an dieses Ur-Bedürfnis, sich gestalterisch auszudrücken und seine Welt zu verändern. Darum ist Kunsttherapie für jeden geeignet.

Durch entsprechende humanistische kunsttherapeutische Arbeitsaufträge können Sie Ihre Ressourcen aktivieren, verbildlichen, was Ihnen Kraft gibt und aufzeigen, welche großartigen Fähigkeiten Sie in sich tragen. Diese Bild-/Werke wirken ähnlich magisch wie die Höhlenmalerei. Sie werden Ihnen Mut machen und Sie stärken. Sie werden leichter die Herausforderungen meistern, die das Leben Ihnen stellt.




6. Visualisierung wirkt wie eine reale Erfahrung


Das Gehirn kann nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden. Die gleichen Gehirnareale werden aktiviert, wenn Sie sich eine Situation vorstellen, wie Sie sich bspw. in einem Café mit jemanden unterhalten oder diese Situation durchleben, d. h. tatsächlich am Tisch sitzen und Kaffee trinkend dem Freund zuhören. Dies begründet auch die Wirksamkeit von Visualisierung. Vorstellungen bzw. Visualisierungen können ähnlich intensiv wie reale Erfahrungen in Ihre Persönlichkeit integriert werden.

Kunsttherapie bietet Raum, Situationen und Lösungsmöglichkeiten bildlich durchzuspielen und erfahrbar zumachen. Durch die Verbildlichung der Vorstellung wird die Erfahrung noch stärker verankert, denn Worte und Gedanken haben die Tendenz sich zu verflüchtigen, sobald sie ausgesprochen werden. Auch eine gedachte Vorstellung hat eine geringere Halbwertzeit als das fixe Bild-/Werk.
Kunsttherapie kann im verhaltenstherapeutischen Sinne helfen, ein neues Ursachen-Wirkungsgefüge bzw. ein neues Handlungs-Muster durch Imitation und bildnerische Auseinandersetzung zu erlernen und zu fördern.




3. Zugang zum Unbewussten - Erkenntnis der eigenen Bedürfnisse


Mehr als 90 Prozent unsere Prozesse im Gehirn sind unbewusst und über die verbale Ebene nicht fassbar. Nur etwa 10 Prozent können auf der sogenannten Begriffsebene bewusst angesprochen werden. Des Weiteren unterliegen Konflikte und Ängst oftmals völlig unbemerkt den menschlichen Abwehrmechanismen. Sie werden in das "Unbewusste" verdrängt, so eine bekannte Begrifflichkeit aus der Psychoanalyse. Durch Kunsttherapie werden diese innerpsychische und psychomotorische Konflikte sichtbar, die sonst verborgen geblieben wären. Durch das Bewusst- und Besprechmachen bzw. durch Analyse dieser dargestellten Konflikte (bezogen auf die Form von Bildinhalten, Symbole und Farben) mit Hilfe psychoanalytischen Methoden können die Konflikte aufgelöst bzw. ein Zugang zum Unbewussten eröffnet werden. Dies ermöglicht Ihnen eine bessere Erkenntnis Ihrer Bedürfnisse. In diesem Sichtbarmachen des Unbewussten liegt das besondere Potential der Kunsttherapie gegenüber allen anderen Psychotherapieverfahren.




5. Im Hier & Jetzt - Gestalten fördert Kreativität und Achtsamkeit


Wenn Sie gestalten, befinden Sie sich in einem Moment, bei dem Sie ganz bei sich sind. Scheinbar aus dem Nichts entsteht etwas. Sie reagieren sofort auf das, was Sie erschaffen und passen es in jedem Moment neu an, bis ein Bild-/Werk entsteht. Sie durchleben Momente des Chaos, Momente des Ordnens und Momente des Loslassens - wertvolle Erfahrungen, die Sie in Ihrem Alltag hineinnehmen werden. Nehmen Sie diese Momente bewusst wahr und lassen sich auf den Prozess ohne Wertung und bewertet werden ein, ist dies ein wichtiger Teil der Achtsamkeits-Schulung. Gleichzeitig stärken Sie im höchsten Maße Ihre Selbstwirksamkeit.




7. Regulierende Wirkung auf die körperlichen Funktionen


Das Arbeiten mit Farbe und verschiedenen Materialien wirkt regulierend auf Ihre körperlichen Funktionen. Hier einige Beispiele aus der Anthroposophie, wie Farbe, Material und Form durch den Leib hindurch gezielt auf die Psyche wirken:

  • Durch die zur Verfügung gestellten Arbeitsmaterialien, wie bspw. Ton, Ölpastellkreide, Aquarellfarbe oder Bleistift und dem entsprechenden Umgang damit, werden die Selbstheilungskräfte gezielt aktiviert. Jedes Material wirkt anders: Durch flüssige Farbe bspw. werden die Gefühle angesprochen. Das Zeichnen hilft zu strukturieren und zu stabilisieren. Mit Ton wird Mut und der Handlungswille angeregt.
  • Jede Farbe hat ihre eigene körperliche Wirkung. Rote Farbe zum Beispiel erhöht den Blutdruck und Blau senkt ihn. Der Körper und auch Geist werden in Ruhe versetzt.
  • Auch die Bewegung und Form beim Gestalten bleibt nicht wirkungslos. Rhythmisches Formenzeichen oder Schraffieren greift Puls- und Stoffwechselrhythmen auf. Spiralenzeichnen hilft sich zu konzentrieren oder sich zu öffnen. Je nachdem, ob die Spirale nach innen oder außen gezeichnet wurde.
  • u.v.m




2. Leichterer Zugang zu Gefühlen und Konflikten


Starke Konflikte und intensive Gefühle können den Verstand lähmen. Einigen fällt es vielleicht allgemein schwer, über Gefühle zu sprechen. Malen Sie Konflikte oder Gefühle auf, entsteht ein Bild-/Werk. Ein Medium, das nun außerhalb von Ihnen liegt. Sie können den Konflikt und die Gefühle nun mit Distanz betrachten. Es fällt leichter über ein Bild-/Werk zu sprechen, als über sich. Diese Distanz gibt außerdem die Chance, den Konflikt und die Gefühle zu objektivieren, sie in einem anderen Rahmen zu sehen und Perspektiven zu wechseln. In diesem Wechsel liegt das größte Lösungspotential.




10. Zahlreiche Anwendungsbereiche


Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene können Kunsttherapie zur Unterstützung in belastenden Lebenssituationen, Prävention und Rehabilitation ausüben. Kunsttherapie kann als Einzeltherapie- und auch als Gruppentherapie angeboten werden. Das mögliche Einsatzfeld von Kunsttherapie ist vielfältig. Es kommt bei körperlichen Erkrankungen, psychosomatischen Erkrankungen, psychischen Erkrankungen sowie in biographischen Krisen zur Anwendung. Dies könnte bspw. sein bei chronischen Schmerzen, Stress, Überforderung, Leistungsverlust, Erschöpfung und Burn-out, Depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Unruhe und Gereiztheit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Appetitstörungen, Libidostörungen, Körperemfindungsstörungen, Angst und Zwänge, Sinn- und Lebenskrisen sowie quälende Unzufriedenheit, innere und äußere Konflikte im sozialem und beruflichem Umfeld, Störung des Selbstwertgefühls, Trauma sowie Trauer u.v.m. In jedem Fall müssen organische Ursachen im Vorfeld ausgeschlossen werden, die eine fachärztliche bzw. medikamentöse Behandlung bedürfen.




9. Diagnostisches Hilfsmittel


Die Phase der Entwicklung der kindlichen Darstellung, wie sie im freien Malen zu beobachten sind, durchlaufen charakteristische Merkmale - vom Kritzeln zu geometrischen Formen über Kopffüßler hin zu stehenden Menschenfiguren, die mit anderen Personen in Gemeinschaft stehen. Aus diesem Schema lassen sich der Entwicklungsstand bzw. Entwicklungsdefizite ablesen. Im Gestaltungsprozess, über Inhalte und Formen können krankhafte Symptome und Konflikte sichtbar werden, die die Diagnosestellung vereinfachen können. Unbedingt wichtig ist es, die individuelle Bedeutung und Interpretation zu erfragen. Unprofessionell und höchst fragwürdig ist eine Diagnosestellung und Interpretation eines Bildes ohne den Klienten und Patienten miteinzubeziehen. So kann bspw. ein schwarzes Bild bedrohende Leere ausdrücken. Ein Kind könnte es stattdessen, ganz unvoreingenommen erklären: Der heldenhafte Ritter hat nach einem anstrengenden Tag in der Burg das Licht ausgemacht und ist ins Bett gegangen. Nun schläft er seelenruhig. Es ist Nacht.

Zum Schutz vor Fehlinterpretation und Bewertung von Familienangehörigen sollten Bild-/Werke im „Therapieraum /-rahmen“ verbleiben und nicht mit nach Hause genommen werden.




8. Supportiv - begleitend und unterstützend


Kunsttherapie eignet sich grundlegend als eigenständige Therapie. Ein großes Potential liegt außerdem in der supportiven Arbeit, d.h. begleitend und unterstützend von bereits diagnostizierten psychischen und psychosomatischen Störungen in Zusammenarbeit mit Ärzten und Psychotherapeuten.




11. Kunsttherapeutische Schwerpunkte


  • Selbstwahrnehmung, Selbstannahme = Wer bin ICH?
  • Entwicklung eines authentischen Ausdrucks - Arbeit mit Farbe und Form
  • Identitäts- und Entscheidungsfindung = Woher komme ich, Wohin gehe ich?
  • Umgang mit Emotionen - Angst, Wut, Trauer, Freude
  • Krisen verstehen, Veränderungen zulassen
  • Die verletzte Seele: Trauer, Trennung und Schmerz
  • Stressbewältgung und Achtsamkeit
  • Krankheiten verarbeiten




12. Verlauf einer Kunsttherapeutischen Sitzung in drei Teile


Eine Kunsttherapeutische Sitzung ist in drei Teile gegliedert:

  1. Am Anfang findet ein Gespräch über Ihre Befindlichkeit o.ä. statt. Im Anschluss kistallisiert sich häufig das Thema für den zweiten Teil heraus.
  2. Gestaltungsphase: Es entsteht das Bild-/Werk
  3. Am Ende wird das Werk und der Arbeitsprozess betrachtet und besprochen. Im Gespräch werden Konflikte und gleichzeitig mögliche Lösungsmöglichkeiten sichtbar.





Muss man künstlerisch begabt sein?

 

Nein. Jedoch kann jeder gestalten, denn es ist ein Urbedürfnis des Menschen, sich gestalterisch auszudrücken. Es geht nicht um Kunstwerke für Andere oder um „schöne“ Bilder, die entstehen sollen, sondern es sind persönliche Werke, die entstehen werden. Dabei geht es um den Prozess beim Gestalten und um das Gespräch über das Werk.

Eine professionelle Betrachtung und Interpretation der Bild-/Werke ist nur durch und mit dem Klienten bzw. Patienten möglich, denn nur er weiß um die "wahre" Bedeutung seines Bild-/Werks.

Sie sind sich unsicher, ob Kunsttherapie etwas für Sie ist?

Kaum ein anderes Therapieverfahren hat solch eine vielfältige Wirkkraft​ wie die Kunsttherapie.

Julia Schneider

Grüneburgweg 71 .  60323 FFM

Tel: 069 59 77 25 15

 Mobil: 0176 800 84 405

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